Maren Brümmer ist Wanderreiterin mit jahrzehntelanger Erfahrung. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt

Fotos: Marion Brümmer

Maren, wenn man durch deinen Blog Pferdefrauen.de  stöbert, wird schnell deutlich, dass dein Pferd Auri etwas ganz Besonderes ist. Warum hast du ausgerechnet ihn nach der Aufgabe deiner Trakehnerzucht behalten und was zeichnet ihn als Wanderreitpferd aus?

Auri (sie :-)) ist mein letztes selbst gezogenes Fohlen, ich habe alle Pferde abgegeben und hatte am Ende noch Auri und eine weitere etwas ältere Stute, dann habe ich den Zufall entscheiden lassen, ich hatte sie beide angeboten und die ältere Stute dann verkauft.

Da ich schon wusste, dass Auri ein Wanderreitpferd werden soll, habe ich sie von Anfang an vielseitig ausgebildet. Sie ist eher unaufgeregt, kann aber auch ihren Dickkopf haben. Was Sie auszeichnet? Dass sie bereit ist (fast) alles mitzumachen.

 

Hast du einen Überblick, wie viel Wanderritte du bislang unternommen hast und wie viele km es insgesamt sein könnten?

Puh, nein - meinen ersten Ritt habe ich Mitte der 90er Jahre gemacht. Da haben wir noch komplett nach Karte geritten und ich habe meine Gesamt-Kilometer nicht aufgeschrieben.  Ich habe versucht pro Jahr mindestens einen längeren Ritt zu machen, gerne auch im Ausland, zwischendurch habe ich aber auch mal pausiert (Krankheit und als Auri noch zu jung war). Mit Auri habe ich ca. 3000 km bisher gemacht (in drei Jahren). Dadurch, dass ich meine Ritte jetzt dokumentiere habe ich einen besseren Überblick.

Neben Auri zählt auch ein Hund zu deinen Begleitern. Macht die Hundebegleitung das Wanderreiten nicht schwieriger?

Zwei Hunde begleiten mich, ja das macht es schwieriger, da ich die Hunde meist an der Leine habe. Sie sind zu klein, um sie vom Sattel aus anzuleinen, daher mache ich die Leine nur ab, wenn ich weiß, dass sie eine ganze Zeit ohne Leine laufen können (keine Straßenverkehr, kein Naturschutzgebiet...). Man muss Futter mitnehmen und hat daher mehr Gepäck und da meine Hunde nicht so groß sind mache ich, wenn sie dabei sin auch selten mehr als 30, maximal 40 km am Tag. Auf meinem Ostsee-Alpenritt hatte ich sie nicht dabei, da für die Pfötchen die vielen Schotterwege in Bayern nicht geeignet sind.

Wenn du auf deine Touren zurückblickst? Was war dein schönstes/beeindruckenstes Erlebnis? Gibt es auf der anderen Seite vielleicht auch eine Erfahrung, zu der du sagen würdest: Das brauche ich nicht nochmal?

Der lange Ritt dieses Jahr über 4 Wochen war wirklich einmalig und ein ganz besonderes Erlebnis. Im Ausland gibt es überall Highlights, da weiß ich gar nicht was ich da herausstellen soll.  Der Ritt von Nord nach Süd durch Island auf der Kjölur-Route war sehr beeindruckend. Die Alpen sind vom Panorama unerreicht und in Südafrika/Namibia sind es die großen Tiere. Schlechte Erfahrungen habe ich noch nicht gemacht, nur manchmal blöde Situationen, aber die gehören dazu.

abgelaufene Eisen

 

Ist das Wanderreiten in den letzten Jahren einfacher geworden oder eher schwieriger?

Ich finde es ist einfacher geworden, es gibt viel mehr Wanderreitstationen und viel mehr Pferdemenschen, die ihre Pferde selbst versorgen und einem Wanderreiter Unterkunft bieten. Durch Wanderapps ist das Planen und Navigieren einfacher, man muss nicht mehr so viele Karten mitschleppen. Allerdings gibt es gefühlt auch mehr gesperrte Wege, viele Feldwege existieren nicht mehr und einst schöne Waldwege sind nun mit groben Schotter befestigt.

Auf deiner Webseite gibt es viele Informationen zur Rittvorbereitung bis hin zu Packlisten. Sind das alles eigene Erfahrungen oder hattest du "erfahrene Hasen" in der Anfangszeit, die dich von möglichen Fehlern abhalten konnten?

In meiner Anfangzeit kannte ich gar keine anderen Wanderreiter, daher musste ich mir das selbst erarbeiten. Da es zum Beispiel noch keine Wanderreitsättel gab und das Westernreiten noch nicht wirklich Fuß gefasst hatte, haben wir unsere Vielseitigkeitssättel mit Ringen versehen, um das Gepäck zu befestigen. Das Internet als Infoquelle gab es noch nicht. Mittlerweile lese ich auch die Infoseiten anderer Wanderreiter (z.B. Taunusreiter, wanderreiter.info) oder schaue welche Tipps in Facebook-Gruppen gegeben werden. Hier geht es weniger um die Basis, als vielmehr darum zu optimieren.  Und natürlich um schöne Routen und Unterkünfte.

 

Die Ausbildung von Wanderreitern ist oft ein großes Diskussionthema. Wie ist deine Sicht auf die Dinge. Müssen Pferd und Reiter eine klassische oder Westernausbildung bis hin zur Turnierreife durchlaufen oder sind nicht vielleicht doch andere Faktoren ausreichend, wie Sattelfestigkeit, eine gute Vertrauensbasis und Nervenstärke?

Aus meiner Sicht sollte man eine solide Grundausbildung im Reiten und im Umgang mit Pferden haben. Beim Reiten kommt es auf eine gute Balance und Sicherheit im Sattel an, egal welche Reitweise man bevorzugt. Man muss sich bewusst sein, dass man selbst dem Pferd in unbekannten/schwierigen Situationen Sicherheit geben muss, daher finde ich ein gutes Nervenkostüm nicht nur beim Pferd sondern auch beim Reiter wichtig.

Der Reiter muss sich daneben gut mit den Bedürfnissen des Pferdes auskennen, den Gesundheitzustand beurteilen können und den Umgang vom Boden aus sehr gut beherrschen. Ein umsichtiges und vorausschauendes Verhalten ist wichtig, da man nicht nur die Verantwortung für sich, sondern auch für das Pferd hat.

 Für viele Wanderreiter-Einsteiger ist die Überwindung schwierig, mit dem Pferd in fremder Umgebung zu übernachten. Kannst du dich an ähnliche Befürchtungen erinnern und was würdest du den Einsteigern raten?

Ich rate immer klein anzufangen, ggf. mit einem anderen Reiter zusammen einen Wochenendausflug machen, zu Bekannten bei denen die Pferde stehen können. Oder man macht eine geführten Ritt mit Gepäcktransport. Jedes kleine Erfolgserlebnis, gibt Sicherheit und man kann dann den nächsten Schritt wagen.

Ich fange mit einem jungen Pferd auch langsam an. Mit Auri habe ichz.B.  vierjährig Ritte in den Nachbarort gemacht, dort einen Paddock auf einer größeren Weide abgetrennt und daneben im Zelt geschlafen, um sie an das alleine Übernachten zu gewöhnen.

Was sind deine Pläne für die nächsten Touren? Wo könnte es hingehen und was erhoffst du dir davon?

Wenn ich wieder länger Urlaub bekomme, möchte ich 2023 eine lange Tour machen, vielleicht in den Vogesen, von Süd nach Nord  soweit wie ich in der mir zu Verfügung stehenden Zeit komme. Und langfristig würde ich gerne über mehrere Jahre mit dem Pferd unterwegs sein. Es ist einfach eine tolle Möglichkeit die Landschaften/Länder/Menschen kennen zu lernen, langsam und intensiv.

Da ich schon wusste, dass Auri ein Wanderreitpferd werden soll, habe ich sie von Anfang an vielseitig ausgebildet. Sie ist eher unaufgeregt, kann aber auch ihren Dickkopf haben. Was Sie auszeichnet? Dass sie bereit ist (fast) alles mitzumachen.

 

Hast du einen Überblick, wie viel Wanderritte du bislang unternommen hast und wie viele km es insgesamt sein könnten?

Puh, nein - meinen ersten Ritt habe ich Mitte der 90er Jahre gemacht. Da haben wir noch komplett nach Karte geritten und ich habe meine Gesamt-Kilometer nicht aufgeschrieben.  Ich habe versucht pro Jahr mindestens einen längeren Ritt zu machen, gerne auch im Ausland, zwischendurch habe ich aber auch mal pausiert (Krankheit und als Auri noch zu jung war). Mit Auri habe ich ca. 3000 km bisher gemacht (in drei Jahren). Dadurch, dass ich meine Ritte jetzt dokumentiere habe ich einen besseren Überblick.

Neben Auri zählt auch ein Hund zu deinen Begleitern. Macht die Hundebegleitung das Wanderreiten nicht schwieriger?

Zwei Hunde begleiten mich, ja das macht es schwieriger, da ich die Hunde meist an der Leine habe. Sie sind zu klein, um sie vom Sattel aus anzuleinen, daher mache ich die Leine nur ab, wenn ich weiß, dass sie eine ganze Zeit ohne Leine laufen können (keine Straßenverkehr, kein Naturschutzgebiet...). Man muss Futter mitnehmen und hat daher mehr Gepäck und da meine Hunde nicht so groß sind mache ich, wenn sie dabei sin auch selten mehr als 30, maximal 40 km am Tag. Auf meinem Ostsee-Alpenritt hatte ich sie nicht dabei, da für die Pfötchen die vielen Schotterwege in Bayern nicht geeignet sind.

Wenn du auf deine Touren zurückblickst? Was war dein schönstes/beeindruckenstes Erlebnis? Gibt es auf der anderen Seite vielleicht auch eine Erfahrung, zu der du sagen würdest: Das brauche ich nicht nochmal?

Der lange Ritt dieses Jahr über 4 Wochen war wirklich einmalig und ein ganz besonderes Erlebnis. Im Ausland gibt es überall Highlights, da weiß ich gar nicht was ich da herausstellen soll.  Der Ritt von Nord nach Süd durch Island auf der Kjölur-Route war sehr beeindruckend. Die Alpen sind vom Panorama unerreicht und in Südafrika/Namibia sind es die großen Tiere.

Schlechte Erfahrungen habe ich noch nicht gemacht, nur manchmal blöde Situationen, aber die gehören dazu.

Ist das Wanderreiten in den letzten Jahren einfacher geworden oder eher schwieriger?

Ich finde es ist einfacher geworden, es gibt viel mehr Wanderreitstationen und viel mehr Pferdemenschen, die ihre Pferde selbst versorgen und einem Wanderreiter Unterkunft bieten. Durch Wanderapps ist das Planen und Navigieren einfacher, man muss nicht mehr so viele Karten mitschleppen. Allerdings gibt es gefühlt auch mehr gesperrte Wege, viele Feldwege existieren nicht mehr und einst schöne Waldwege sind nun mit groben Schotter befestigt.

Auf deiner Webseite gibt es viele Informationen zur Rittvorbereitung bis hin zu Packlisten. Sind das alles eigene Erfahrungen oder hattest du "erfahrene Hasen" in der Anfangszeit, die dich von möglichen Fehlern abhalten konnten?

In meiner Anfangzeit kannte ich gar keine anderen Wanderreiter, daher musste ich mir das selbst erarbeiten. Da es zum Beispiel noch keine Wanderreitsättel gab und das Westernreiten noch nicht wirklich Fuß gefasst hatte, haben wir unsere Vielseitigkeitssättel mit Ringen versehen, um das Gepäck zu befestigen. Das Internet als Infoquelle gab es noch nicht.

Mittlerweile lese ich auch die Infoseiten anderer Wanderreiter (z.B. Taunusreiter, wanderreiter.info) oder schaue welche Tipps in Facebook-Gruppen gegeben werden. Hier geht es weniger um die Basis, als vielmehr darum zu optimieren.  Und natürlich um schöne Routen und Unterkünfte.

Die Ausbildung von Wanderreitern ist oft ein großes Diskussionthema. Wie ist deine Sicht auf die Dinge. Müssen Pferd und Reiter eine klassische oder Westernausbildung bis hin zur Turnierreife durchlaufen oder sind nicht vielleicht doch andere Faktoren ausreichend, wie Sattelfestigkeit, eine gute Vertrauensbasis und Nervenstärke?

Aus meiner Sicht sollte man eine solide Grundausbildung im Reiten und im Umgang mit Pferden haben. Beim Reiten kommt es auf eine gute Balance und Sicherheit im Sattel an, egal welche Reitweise man bevorzugt. Man muss sich bewusst sein, dass man selbst dem Pferd in unbekannten/schwierigen Situationen Sicherheit geben muss, daher finde ich ein gutes Nervenkostüm nicht nur beim Pferd sondern auch beim Reiter wichtig.

Der Reiter muss sich daneben gut mit den Bedürfnissen des Pferdes auskennen, den Gesundheitzustand beurteilen können und den Umgang vom Boden aus sehr gut beherrschen. Ein umsichtiges und vorausschauendes Verhalten ist wichtig, da man nicht nur die Verantwortung für sich, sondern auch für das Pferd hat.

 Für viele Wanderreiter-Einsteiger ist die Überwindung schwierig, mit dem Pferd in fremder Umgebung zu übernachten. Kannst du dich an ähnliche Befürchtungen erinnern und was würdest du den Einsteigern raten?

Ich rate immer klein anzufangen, ggf. mit einem anderen Reiter zusammen einen Wochenendausflug machen, zu Bekannten bei denen die Pferde stehen können. Oder man macht eine geführten Ritt mit Gepäcktransport. Jedes kleine Erfolgserlebnis, gibt Sicherheit und man kann dann den nächsten Schritt wagen.

Ich fange mit einem jungen Pferd auch langsam an. Mit Auri habe ichz.B.  vierjährig Ritte in den Nachbarort gemacht, dort einen Paddock auf einer größeren Weide abgetrennt und daneben im Zelt geschlafen, um sie an das alleine Übernachten zu gewöhnen.

Was sind deine Pläne für die nächsten Touren? Wo könnte es hingehen und was erhoffst du dir davon?

Wenn ich wieder länger Urlaub bekomme, möchte ich 2023 eine lange Tour machen, vielleicht in den Vogesen, von Süd nach Nord  soweit wie ich in der mir zu Verfügung stehenden Zeit komme. Und langfristig würde ich gerne über mehrere Jahre mit dem Pferd unterwegs sein. Es ist einfach eine tolle Möglichkeit die Landschaften/Länder/Menschen kennen zu lernen, langsam und intensiv.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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